Mit rund eineinhalb Jahren Verspätung erreichte uns die Demo "Techno
Decomposition World" der vier Italiener von DEATH HEAVEN. Die
Eigenproduktion kommt auf einer schwarzen CD-R mit schickem
selbstentworfenen Cover daher. Der Demotitel könnte dazu verleiten, dass
man Deathmetal mit Elektroeinflüssen erwarten kann. Aber dem ist nicht so.
Die noch recht jungen Pizzabäcker (tatsächlich sind zwei Bandmitglieder in
diesem Metier tätig) fröhnen dem Death Metal in bester Florida Manier. So
manifestiert sich der Demotitel lediglich in einem stimmungsvollen, fast
schon symphonischem, Intro und den Liedtexten.
Technisch versiert geht man dennoch zu Werke, wenn doch an manchen Stellen
noch das Zusammenspiel ein kleines bisschen hakt. Was die beiden
Saitenhexer für interessante Riffs und Soli aus dem Ärmel schütteln, hat
eine ganz eigene Note. Leadgitarrist und Sänger Andrea weiß mit tiefen
Growls und Kreischgesang voll zu überzeugen. Die Drums donnern und blasten,
leiden dann aber doch an der Drucklosigkeit der Aufnahme, der ansonsten
(für Demoverhältnisse) ordentlich produzierten Scheibe. Auch wirkt die
Doublebass nicht immer 100% tight.
In den Songs sind immer wieder interessante Strukturen zu erkennen, sei es
ein Ausbruch aus den Standardrhytmen oder ruhigere Passagen. Besonders bei
den Intros der Songs und dem sparsamen Einsatz von Samples hat man ein
glückliches Händchen. So hat mir der neunminütige Song "The Cannibal Of
Milwaukee" und das gar zehnminütige "Sunday Of War" sehr zugesagt. Wenn
auch die Songs nicht so brutal rüberkommen, wie es zum Beispiel hier die
Songtitel vermuten ließen.
Alles in allem ein technisch orientiertes Stück Death Metal, der immer
eingängig bleibt. Mit professioneller Produktion und noch mehr proben der
Songs wäre hier einiges möglich gewesen. Frische Ideen sind allemal
vorhanden. Trotz der angesprochenen Schwächen hat dieses Werk einen
besonderen Charm, den es deutlich über den Durchschnitt hebt. Für 4,50€ (inklusive
P + V) lässt diese Demo, welche die Spielzeit vieler Alben toppt, das Herz
vieler Undergroundfans höher schlagen. Ein gelungenes erstes Lebenszeichen, das
Lust auf das aktuell in der Produktion befindliche erste Album macht.
Autor:
René
(01.08.2006)
RATE: 6,5-7/10
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